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TUSCHMALEREI

In der ostasiatischen Kunst der Tuschmalerei (Sumi-e) geht es nicht um naturgetreue Darstellung, sondern es soll der Wesenskern des Objektes zum Ausdruck gebracht werden. Grundlage ist die Zen-Meditation. Im Zustand der Versenkung von Körper und Geist, in der Bewusstheit des eigenen Atems, entsteht die schwarze Spur auf weißem Papier. Sie ist der Abdruck des Herzens und kann nicht korrigiert werden.

Der Kreis (Ensō) ist das meistgemalte Sujet: als Ausdruck des Moments und der Anschauung, dass die Dinge in diesem Augenblick vollkommen sind. Aus der gestischen Bewegung heraus entsteht die Spur in einem Zug gemalt. Sie kann tanzend leicht, verspielt, streng, geschlossen oder offen sein. Neben dem Kreis-Symbol zeigt Ingelberga Scheffel, die seit vielen Jahren Schülerin des Kalligrafie-Meisters, Künstlers und Schriftstellers Kazuaki Tanahashi ist, Arbeiten aus dem Bereich Kalligrafie, der schönen Kunst des Schreibens. Darauf bauen sich abstrakte und figürliche Darstellungen auf.

Häufige Motive sind Wasser, Bäume und Äste. 

Mobirise

ÜBER MEINE TUSCHMALEREI

Selbstgemachtes Pinselobjekt, besengroß, tauche ich in den Tusche-Eimer, hebe es über das weiße Papier-schwarze Regentropfen tropfen…………

Dann hole ich zu einer Körper-Drehbewegung aus, mit dem Ch'i des Atems. Action Painting pur! Das geht schnell, impulsiv ohne Denken, jedoch in Konzentration ausgeführt. Bedeutung der Spur………….

Zu Beginn ist sie ruhig, bricht dann aus mit Punkten, Spritzern, Klecksen, Rinnsalen Entstanden: ein mir unbekanntes Liniengeflecht, eine erstaunliche Figuration. Das Weiß wird bedeutungsvoll einbezogen, die Ränder sind keine Grenzen. Wie schön! Die Kalligraphie im Geist des Zen geübt ist Voraussetzung für eine authentische Pinseltechnik. Auch die Natur ist mir Lehrmeister. Ich fokussiere mich auf einen Teil, der für das Ganze steht und das Wesentliche zum Ausdruck bringen soll. Die LEERE ist in der fernöstlichen Malerei ein wesentliches Moment der Gestaltung. Sie ist Herausforderung und dient dem Innehalten, der Kontemplation, der Imaginationskraft - die angedeutete Form zu ergänzen - sie neu zu sehen. Wie ein Kind bin ich neugierig, mag das Geheimnisvolle, das elementar Einfache. Diese Natürlichkeit bedeutet mir Schönheit. Großen Dank an Kazuaki Tanahashi meinen Meister! Er hat mich für die schwarze Kunst der Kalligraphie entdeckt und begleitet mich einfühlsam, spirituell und künstlerisch.